Startseite>Berichte > Abrudern 2003
Diese Seite Drucken
www.riho-verein.de
Abrudern 2003

Nachdem schon im Sommer einige Boote als Donnerstagsziel den Landgasthof Gosen angesteuert hatten, rief der Wanderruderwart seine Ruderschäflein dort zur Mittagsrast zusammen. Er selbst ließ sich allerdings nicht dort blicken, und das hatte mit den rauhen Wetterbedingungen dieses Abrudertages zu tun. 

Wieder sorgte ein kräftiger Westwind für muntere Wellen auf dem Seddinsee, die einigen Booten schon zu schaffen machten. So war es nicht verwunderlich, daß verschiedene Routen in Angriff genommen wurden, um die Futterkrippe in Gosen zu erreichen. 3 Boote entschieden sich für die Große Umfahrt, wovon eines noch vor Erreichen des Müggelsees wieder abdrehte. Den anderen beiden, darunter der Jugendvierer, gelang es aber, den Müggel, wenn auch mit einigem Wasserballast, zu überqueren. Konsequent war der Frauenachter, der ohne Schnörkel die "Direttissima" nach Gosen wählte. Andere hängten noch eine Zugabe bis zum Dämeritzsee dran, und gönnten sich dabei eine Fahrt durch den unter Herbstlaub versteckten Gosener Graben. 

Für unseren Wanderruderwart und seine Mannschaft sollte es aber die  letzte kleine Umfahrt dieses Jahres sein, bevor Gosen das Ziel war. Nun war die Oder-Spreekanalmündung wohl das ungemütlichste Stück, das der Seddinsee an diesem Tag zu bieten hatte. Prompt kamen sie in Schwierigkeiten und nahmen soviel Wasser über, daß sie nur mit Hilfe des Wasserrettungsdienstes das gegenüberliegende windgeschützte Ufer erreichen konnten. Damit war offenbar ihr Bedarf an Seddinsee gedeckt, denn sie zeigten Gosen das Heck und steuerten gleich "Gerdchens Dampferdisko" bei Lok an. 

Auch unsere Mannschaft hatte eine kleine Umfahrt geplant und wir hätten uns sicher ebenso nasse Füße geholt wie der Fahrtenleiter. Unser Boot "Havel" war aber schlauer und zog soviel Wasser, daß wir erstmal Lok ansteuern mußten zu einer Notreparatur. Das zog sich solange hin, daß sich die kleine Umfahrt nicht mehr lohnte, zumal wir nur als Dreier mit Stm. unterwegs waren. So richteten auch wir unseren Kurs direkt auf Gosen, und hatten im oberen Teil des Seddin beachtlichen Wellengang. Die schwarzen Plastedollen ohne Sicherung, mit denen die "Havel" noch ausgerüstet ist, weckten dabei unangenehme Erinnerungen an eine längere Badeübung, die uns dieses ungeeignete Zubehör einmal beschert hat. 

In der Gaststätte dann das übliche Ruderergetöse, vermischt mit allerlei Zigarrendampf. Obwohl sich die Hoffnung auf abflauenden Wind nicht erfüllte, kamen alle wohlbehalten zum offiziellen Treffpunkt bei Lok. Wieder gaben sich die Gastgeber alle Mühe, die vom Kampf mit den Wellen erschlafften Gestalten mit Speise und vor allem Trank zu versorgen. Den buchstäblich letzten Heller konnte man nicht vertrinken, weil das Bierglas 3 Euro Pfand kostete und so immer etwas Stammkapital erhalten blieb. Das kalte, windige Wetter brachte den Glühweinumsatz in die Höhe und trieb auch mehr Ruderer als sonst in den Saal. Wohl darum ging es draußen bei der Disko etwas weniger stürmisch zu als sonst. 

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit machten sich etliche "unerleuchtete" Boote auf die Rückfahrt, und die Unentwegten bieben unter sich. Auch diese fanden schließlich den Heimweg, und damit fand die Rudersaison 2003 ihren Abschluß. Nachzutragen bleibt noch, daß wir auch diesmal wieder Gäste begrüßen konnten, so zum Beispiel von der RVG 1878 und von Flecken Zechlin.

a.hill 

zum Seitenanfang